Der politische Aschermittwoch
Wem die fünfte Jahreszeit mächtig auf den Kranz geht, der freut sich obligatorisch auf den Aschermittwoch, so läutet dieser schließkich das Ende jenes albernen Krawalls ein. Seit 11.11. verkleiden sich die Deutschen als Bulle, Krankenschwester oder Indianer. Wolf im Schafspelz eohl eher nicht, aber dennoch wird so jede schon in Falten gehüllte Hausfrau zu einer Prinzessin und jeder bierbäuchige Bürohengst zu einem George Clooney. Es wird gesoffen, nicht das man das nicht auch sonst tut, nur ist der Anlass ja viel witziger und man gibt sich ausgelassen den Alkoholen hin, wobei sich die nationalen Destillen gesteigerter Umsätze erfreuen. Es werden anzügliche Witze gerissen und man verzeiht es auch mal dem Nebenmann, das er seiner Nebenfrau, mit geilem Blick und versoffener Miene an die Wäsche geht. Es ist auch die Zeit gesteigerten Hormonüberschusses und so wird in den dunklen Ecken und auf den ranzigen Miet WCs gepimpert was das Zeug hält. Wenn dann der Rosenmontag naht, mit seinen bunten, grellen Umzügen und den zum Schießen komischen Wagen, steht auch jener, heutiger Aschermittwoch vor der Tür und mein Ohr beginnt zu bluten, wenn sich die großdeutschen Parteien gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Hurra, Edmund Stoiber schimpfte, wie ein besessener auf die SPD, Grünen und Liberalen und andersrum klang es auch nicht besser. Was zum Teufel unterscheidet die Politik der einen Partei von der Anderen? Wenn ich die letzten Monate nach dem, nennen wir es offziell beim Namen, Regierungswechsel betrachte, so hat sich nicht sonderlich viel getan. Warum auch. die Neoliberalistische und opportune SPD klüngelt mit der ohnehin nach Macht strebenden CDU und man stolpert dabei über so einige Gemeinsamkeiten. Merkel macht eine ausserordentlich bescheuerte Figur im Ausland und guckt immer, wie ein treudoofer Terrier. Man mauschelt sich weiterhin durch Affären, wie die jüngsten Neuigkeiten rund um die BND Geschichte zeigt. Die Arbeitslosenzahlen sind nicht gesunken, was aber nicht daran hindern soll weiter kräftig zu feiern. In Stuttgart demonstrierten Angestellte gegen eine 40 Stunden Woche. Meine Fresse. Anderthalb Stunden mehr Erwerbsarbeit und das bei gleichbleibenden Gehältern, was wird der Durchschnittsschwabe nun mit diesen verlorenen anderthalb Stunden in der Woche machen? Vielleicht einigt man sich darauf, das diese anderthalb Stunden von allen Angestellten zusammengelegt werden und dann für neue Stellen freigemacht werden. Kamelle! Ich bin unzufrieden, das Täuschland noch nicht abgebrannt ist und man sich immer noch frei bewegen kann. Ich blicke in eine schwarze Zukunft, der Tod schwingt schon seine Sense über den Köpfen derer, die sich weiterhin am Menschen bedienen und bereichern. Denk immer daran: Du bist Deutschland!