The Germans arriving Mr. Faulty oder: auch ein Roadtrip nach Schweden ist eine Pilgerreise

Tag 1 - 29.12.2006

Auswanderungswilliges Duo macht sich einen Schädel zwecks Sylvesterplanung und entscheidet sich binnen eines Telefonats für eine Reise. Ich durfte die Himmelsrichtung auswählen, was mir nicht schwergefallen ist, da es mich selten in den Süden zieht. Ich sage Schweden, S[a]tan sagt "in Ordnung". Wir treffen die Vorbereitungen. Erste wichtige Voraussetzung: Mobilitätsgarantie mittels Kraftfahrzeug - dank S[a]tans Mutti sollte das Problem schnell gelöst sein. Zweitens: Finanzcheck - hier ging es nicht um die Frage des Könnens, sondern eher des Umfangs des Verprassens. Drittens: die Details sind entscheidend - Schneeketten, Winterstiefel, warme Sachen, Hygieneartikel, Essbares aus der Heimat und auch die Lungenversorgung sollte vorab sicher gestellt sein. Viertens: auf den Abfahrtstermin sehnsüchtig warten. Hoppla! Schon ist es soweit. Nach einer ekelhaft trägen Nachtschicht bei der Post geht es um 8 Uhr 30 MEZ am Freitag, dem 29.12.2006, los und wir machen uns auf in Richtung Hamburg. Die Hansestadt liegt im Regen und es ist noch nichts spannendes passiert. An mir nagt noch der Schlafmangel und ich fühle mich erstmals leicht kränklich. Ich halte wacker durch und wir passieren Flensburg und die deutsch - dänische Grenze. Sauber. Die Hälfte ist geschafft. Weiter geht es in Richtung Stoerebaelt und seiner beeindruckend langen Brücke, die eben diesen quert. Die Überfahrt ist mehr als phänomenal. Die Wasseroberfläche befindet sich gut 50 Meter unter uns und wir passieren circa 16 Kilometer Wasserfläche. Uns begleiten Otis Redding, Marvin Gay, Curtis Mayfield und all jene Soul-Veteranen. Druschba! Bis Kopenhagen sind es jetzt noch gut 130 Kilometer und bis Malmö noch 20 drauf. Yeah! Noch gut 2 Stunden und wir haben die erste Etappe geschafft.

Gegen 17 Uhr erreichen wir die Tourist Information am Stadtrand von Malmö und blicken noch einmal zurück Kopenhagen. Am Service Terminal begrüßen uns zwei gelangweilte Schweden, die scheinbar täglich, mit schwerer Aufregung, auf Menschen wie uns warten, um die ewig gleichen Fragen zu beantworten. "Wo gibt es hier ein Hostel?", "Wo kann man in Malmö ausgehen?", "Wo finden wir die nächste Apotheke?", "Wie weit ist der nächstgelegene Money Exchange?" - es stand ihnen ins Gesicht geschrieben, das sie ihr Office schließen wollten und pünktlich zum Feierabend, dann erneut die gleiche, unter Umständen grad mal leicht variierende Fragenkombi.

43630057.JPG Wir fahren in die Stadt und suchen das erste Hostel auf. Fehlanzeige. Geschlossen von 22.12. - 08.01. Das geht doch gut los, denke ich und bin reichlich gereizt, weil ich eigentlich nur in eine Apotheke will, um mir Aspirin Komplex C zu kaufen, damit ich meinen Körper ordentlich bescheissen kann, er sich vermeintlich besser fühlt und ich mich zumindest nicht mehr so verdammt träge. Wir erkunden also eine Mall, die den Umfang der Potsdamer Platz Arcarden besitzt und wie wir später feststellen gibt es trotz einem Zehntel Einwohner im Vergleich zur Bundesrepublik, auf eben diese auch das Dreifache an solch riesigen babylonischen Einkaufstempeln. Wir finden die Apotheke, den Money Exchange und das für internationale Verbrüderung stehende Fress Mekka McDonalds lädt zu Kaffee Latte und einem Burger. Anschließend machen wir uns auf die Suche nach Leuten, die in unser stereotypes "Kiek ma, der sieht aus, als würda wissen, wo man hier rocken kann" Weltbild passen. In einem Klamottenladen entdecken wir ihn, unseren ersten Retter in Seenot. Mr. Tiger Army Shirt nimmt sich viel Zeit, trotz Kundschaft und erklärt uns den Weg zu einem Motel direkt an der Autobahn und anschließend weist er uns ein in das Geheimnis von Malmös Kreuzberg - Friedrichshain, den Möllan! Dort soll es ein nettes indisches Pläsierchen geben, das Sapla, wo sich der alternative Pöbel allabendlich zum Meet´n´Greet einfindet. Also ab mit dem Auto zum Motel. Check in and cry out. Schöne Absteige mit Weltraumtoiletten aus Plastik und dem Flair eines Stundenhotels. Formula One heißt die Hütte und geleitet wird das Etablissement von einer Blonden und einem Nackenschonertragenden Rummelboxer, der scheinbar für die Sicherheit zuständig ist. Na geil. Wir hauen uns kurz mal hin und genießen die Sinfonie aus vorbeiführender Hochgeschwindigkeitstrasse der schwedischen Eisenbahn und der Schnellstrasse. Es gefällt uns so gut, das wir uns nicht viel später auf zum Möllan machen. Dort angekommen entdecken wir das Sapla und kehren durstig ein. Draussen sitzen, weil Rauchverbot, macht gar nichts und wir genießen unsere Getränke am ersten Abend des Trips. An dieser Stelle wußten wir noch nicht, wie sich die Reise entwickeln würde, allerdings sollte sich das schlagartig ändern... tbc

Comments

Los los, fix... wie geht´s weiter...?

Habt ihr den zweiten Abend mit der Blonden und dem Nackenschonertragenden Rummelboxer verbracht… gemütlich in der Hotel eigenen Eckgarnitur gesessen und lecker Pils verzehrt…? Oder sogar noch „Mensch-ärgere-dich-nicht“ mit den beiden gespielt…

Ich will´s wissen…los… weiter. Spannung...

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